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Königinnen Vermehrung

Nachdem einige von uns im letzten Jahr sich in Sachen Königinnenvermehrung fortgebildet haben, wollen wir in diesem Jahr die Theorie in die Praxis umsetzen. Dazu wurden bereits im letzten Jahr einige Völker mit kontrolliert angepaarten Königinnen beweiselt. Da die Zahl dieser Völker für eine Auslese noch nicht ausreicht und sie auch nicht alle an einem Standplatz untergebracht sind, ist angedacht, entsprechendes Zuchtmaterial vom ausgewählten Vermehrungsbetrieb zu beziehen. Dazu hat Kollege Brinkmann drei Anbrüterkästen gebaut. Bevor wir uns auf den Weg machen und Edellarven kaufen, werden wir den Anbrüter erstmal mit eigenem Material testen.

Hier ein paar Bilder aus der Bauphase.

Anbrüter1

Anbrüter2

Die Platte mit den Löchern für die Weiselnäpfchen ist noch nicht fertiggestellt. Insgesamt passen dann ca. 40 Weiselnäpfchen in den Anbrüter.

Die Platte mit dem Loch oben auf dem Bild dient als Einfüllöffnung. Ein großer Trichter passt dort genau hinein. Belüftet wird von unten und über die Ausschnitte auf der Vor- und Rückseite.

Die Innenmaße betragen in der Länge 38 cm, in der Breite 11,5 cm und eine Höhe von 29 cm. Die Höher ergibt sich aus dem Rähmchenmaß + 4 bis 5 cm zwischen Rähmchenoberkante und der Platte für die Weiselnäpfchen. Der Abstand ist wichtig, die Bienen müssen sich unter den Weiselnäpfchen aufketten können.

Insgesamt passen so 3 Rähmchen in den Anbrüter, eine offene Honigwabe, eine Wasserwabe und eine Pollenwabe. Die Wasserwabe steht in der Mitte. Drei bis vier Stunden vor dem Umlarven wird der Anbrüter mit Bienen von 8 Schüttelwaben befüllt. Während dieser Zeit wird der Anbrüter an einen kühlen Ort gestellt und die Weiselunruhe abgewartet.

Unter optimalen Bedingungen werden dann 35 bis 40 Zellen angezogen. Spätestens nach 24 Stunden wird der Anbrüter wieder aufgelöst und die angezogenen Zellen werden in vorbereitete Honigräume von starken Völkern verteilt. Einen Tag vor dem Schlupf werden die Weiselzellen an Vereinsmitglieder verteilt und entweder in vorbereitete Ableger oder in kleine Völkchen im Mini-Plus Format gegeben. So kann die neue Königin direkt in ihrem neuen Volk schlüpfen.

So weit die Theorie. Jetzt hoffen wir erst einmal auf besseres Wetter und bis zum Beginn unserer Versuche ist ja noch mehr als ein Monat Zeit, um alle nötigen Vorbereitungen zu treffen. Wenn es dann soweit ist, werden wir hier weiter berichten.

19. Mai

Heute ist das Wetter gut und die Völker sind ausreichend stark, so dass wir heute unsere Premiere mit dem Anbrüter starten. Zum Füllen des Anbrüters mit den Schüttelwaben haben wir einen großen Trichter benutzt.

Hier auf dem Bild kann man den fertigen Anbrüter und den Trichter sehen. Anbrüter vor Beginn

Beim Befüllen stellte sich dann heraus, dass der Trichter zu tief hineinragt und dadurch ein Bienenstau entsteht. Hier muss noch ein wenig nachgearbeitet werden.

Trotz Bienenstau ging das Befüllen dann doch recht fix, und nach ca. 2 Stunden konnte man deutlich vernehmen, dass sich die Bienen weisellos fühlen. Sogleich wurden in den ausgesuchten Völkern geeignete Waben herausgesucht und wir begannen mit dem Umlarven. Größte Schwierigkeit ist für uns das Heraussuchen von geeigneten Larven, denn diese sollen ja nicht älter als 24 Stunden sein. Mit einer Lampenlupe klappte es ganz gut.

Insgesamt wurden so 40 Larven umgebettet und nach weiteren 4 Stunden schauten wir uns das Ergebnis an.
Hier mal ein Weiselnapf als Beispiel.Napf nach 4 Std

20. Mai
Gegen Mittag wurden die Weiselnäpfe auf zwei Zuchträhmchen aufgeteilt und dann zur weiteren Pflege in den Honigraum eines starken Volkes gegeben. Insgesamt wurden 26 Zellen angepflegt. Ein eher unterdurchschnittliches Ergebnis, beim nächsten Versuch werden wir ein wenig am Bienengemisch experimentieren.Zuchtrahmen Vielleicht lag es auch an dem Buckfasteinschlag der Pflegebienen. Die Pflegebienen aus dem Anbrüter kamen zurück in ihr Volk. In 4 Tagen werden die Zellen verschult und vor dem Schlupf können die schlupfreifen Zellen an die neuen Besitzer abgegeben werden, die dann hoffentlich mit den Königinnen glücklich werden.

Fazit nach 2 Jahren:

Der Anbrütet funktioniert sehr gut, entscheidend für den Erfolg ist die richtige Zusammensetzung der Bienen. Wenn diese nicht optimal ist, dann werden weniger Zellen angezogen. Wird am eigenen Stand umgelarvt, gibt es sicherlich effektivere Methoden als Starter. Für die Verwendung von Larven von einem entfernten Stand oder vom einem anderen Imker oder Zuchtbetrieb, ist der Anbrütet unschlagbar.

Ein Nachbau ist mit ein wenig Geschick möglich, wichtig ist nur der Abstand von Rämchenoberkante zur Abdeckplatte mit den Weiselzellen von vier bis fünf Zentimetern. Ebenso genügend Lüftungsöffnungen, diese können unten vorne und hinten mit Lüftungsgitter leicht realisiert werden. Das Rämchenmaß sollte das Standmaß sein.

Wer bei uns in der Gegend seine Bienen hält, kann gerne Kontakt mit uns aufnehmen, gerne geben wir gegen einen kleinen Unkostenbeitrag schlupfreife Weiselzellen ab.

2 Kommentare

  1. Ich habe eine Frage; Gibt es ein Zeichnung oder Maße von dem Anbrüter?
    Wenn ja, kann mann diese bekommen?

    Mit freundlichen Grüßen

    Otto Stffen

    • Hallo Herr Steffen,

      zur Hand habe ich gerade keine Maße für den Anbrüter. Für genaue Maße müssten wir diesen vermessen. Grundsätzlich ergeben sich aber die gleichen Maße wie bei einem Ablegerkasten. Wichtig ist nur, das zwischen Rähmchenoberkante und Deckel für die Aufnahme der Weiselnäpfe mind. 5 cm Platz ist, so dass sich Bienen dort aufketten können.
      Wenn die Bienen ein wenig mehr Zeit lassen, werden wir den Kasten mal ausmessen und dann die Maße veröffentlichen.
      Viele Grüße

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